Trockenheit öffnet Borkenkäfern Tür und Tor: Waldbesitzer sind zur Aufmerksamkeit aufgerufen

6. November 2026

Der aussergewöhnlich trockene Sommer und Herbst 2026 haben unsere Wälder stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Bäume können nicht mehr auf genügend Wasserreserven zurückgreifen, um sich durch Harzbildung wirksam gegen Borkenkäfer zu verteidigen. Dadurch steigt das Risiko eines Befalls deutlich an.

Neben dem Borkenkäfer namens «Buchdrucker» an der Fichte bereitet insbesondere der krummzähnige Weisstannenborkenkäfer Sorgen. Dieser befällt Weisstannen bereits ab einem Stammdurchmesser von rund 10 cm. Besonders gefährdet sind Bäume, die durch Mistelbefall bereits geschwächt sind. In Kombination mit der anhaltenden Trockenheit können solche Weisstannen innerhalb kurzer Zeit absterben.

Mögliche Hinweise auf einen Borkenkäferbefall:

  • Bohrmehl am Stamm oder am Stammfuss
  • Harzaustritte am Stamm
  • Vermehrte Spechtaktivität
  • Verfärbte Nadeln oder absterbende Kronenteile
  • Plötzlich absterbende Einzelbäume oder Baumgruppen

Bei Verdacht auf einen Befall ist rasches Handeln wichtig. Bitte melden Sie sich frühzeitig bei der zuständigen Revierförsterin Lina Bonafiglia. Bäume mit Borkenkäfer unter der Rinde müssen umgehend entfernt und verarbeitet werden.

Im Kanton St.Gallen besteht für Holzschläge eine Anzeichnungspflicht. Vor der Nutzung befallener Bäume ist eine gemeinsame Beurteilung dringend zu empfehlen. Nur so können die Eingriffe zwischen den Waldeigentümern koordiniert, die tatsächlich befallenen Bäume erkannt und die notwendigen Massnahmen wirksam umgesetzt werden.

Mit Ihrer Aufmerksamkeit und einer frühzeitigen Meldung leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Wälder.

Lina Bonafiglia
Revierförsterin Forstrevier Rorschach-Sitter
lina.bonafiglia@sg.ch
058 229 17 55

Hinweise auf einen Borkenkäferbefall